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Kompetenzzentrum Vielfalt
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Abá e.V. – der Mensch im Mittelpunkt

Das Team von Abá e.V. in Frankfurt-Bornheim. Foto: Kompetenzzentrum Vielfalt Hessen

Koordination von Integrationslots*innen, Beratungen, Sprachkurse, Workshops, Flohmärkte, Infoveranstaltungen, Stadteilfeste – der Verein Abá ist in Frankfurt-Bornheim sehr präsent.

Adriana Maximino dos Santos und Claudia Biner hatten 2015 zunächst das Ziel, über die Situation der indigenen Bevölkerung in Brasilien zu informieren. Doch schon bald sahen sie sich mit Problemen und Fragen von in Frankfurt lebenden Brasilianer*innen und aus anderen Nationen konfrontiert. „Um das bewältigen zu können und Fördermittel zu erhalten, sahen wir uns gezwungen einen Verein zu gründen,“ berichtet Claudia. Bei der Namensfindung war es ihnen wichtig, mit „A“ zu beginnen und „Abá“ bedeutet Mensch in der indigenen Tupi-Guarani Sprache. „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt, Herkunft, Religion und alles andere ist uns egal, aber nicht die Person, die uns gegenübersteht,“ führt Adriana aus.

Seit 2017 ist Abá ein eingetragener Verein, der sich für Menschenrechte, den Kulturaustausch und gesellschaftliche Teilhabe einsetzt. Seit 2020 ist er in den Räumen in der Berger Str. 287 ansässig und hat inzwischen über 110 Mitglieder. „Viele interessieren sich für unsere Arbeit und wollen sich selbst engagieren. Andere sind frühere Ratsuchende, die nun ihre Erfahrungen als Integrationslots*innen weitergeben wollen,“ sagt die Vereinsvorsitzende Adriana. Dazu gehört auch Hubert Reichenberger. Der ehemalige Polizist engagiert sich im Vorstand als Kassenprüfer, unterstützt den Vorstand bei Anträgen und will sich dieses Jahr als Integrationslotse qualifizieren lassen. „Man lernt so viel und kann seine Netzwerke erweitern.“ 40 Personen haben sich für die Schulung im Mai 2023 angemeldet, 35 sind aktuell aktiv.

Adriana weiß von mehreren Personen, die über die Lots*innen-Tätigkeit einen Arbeitsplatz erhalten konnten. „Aber auch wir als Verein haben uns durch das Lots*innen-Projekt weiter professionalisiert und werden in der Stadt wahrgenommen.“ Erste Schritte Richtung Professionalisierung konnten 2019 bis 2021 sie mit dem über das Land geförderte Mikroprojekt „Vielfältig begegnen, gemeinsam bewegen“ machen. Das Projekt richtete sich an Frauen mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Es zielte drauf ab, Raum für regelmäßige Begegnungen von eingewanderten und deutschen Frauen zu schaffen und die Dialog- und Handlungskompetenzen bezgl. Menschenrechte in der Gesellschaft zu stärken. Über die WIR-Förderungen konnten sie auf Minijob-Basis jemanden einstellen, um das Projekt zu bewältigen.

Ana Paula Bandeira-Pohl ist koordinierende Integrationslots*in. „Mir ist es wichtig, auch später noch mit den Ratsuchenden im Gespräch zu bleiben. So können wir den Erfolg unserer Arbeit überprüfen.“ Sie berichtet von einem jungen Brasilianer, der vom Konsulat an den Verein vermittelt wurde. Zunächst galt es, eine größere Verletzung im Krankenhaus versorgen zu lassen. Dann gab es die Empfehlung, einen Asylantrag zu stellen, was für Brasilianer eher unüblich ist. Inzwischen lebt er anerkannt in München mit Job und Wohnung, hat aber den Kontakt zu Abá nicht verloren.

Der Vereinsvorstand ist zu Recht stolz auf seine Arbeit und die Anerkennung, die ihm von Seiten anderer Organisationen und den vielen Menschen, denen geholfen werden konnte, entgegengebracht wird.

Abá e.V.

Berger Straße 287

60385 Frankfurt

beratung@aba-ev.org

https://aba-ev.org